Flusskreuzfahrten starten Ende Juni, erste Hochseekreuzfahrten Ende Juli

Flusskreuzfahrten starten Ende Juni, erste Hochseekreuzfahrten Ende Juli

„Die Leute wollen verreisen, sie wollen Kreuzfahrten machen und die Kreuzfahrtindustrie ist für den Restart mehr als bereit“ – so lautete der Tenor des 3. GCE-Agentur-Café der Kommunikationsagentur Global Communication Experts zum Thema „Urlaub auf dem Wasser“. Dabei blickten die Vertreter der Branche durchaus positiv in die Zukunft und waren sich einig, dass der Kreuzfahrttourismus wieder an Fahrt aufnehmen werde, auch wenn sich das Reisen nach COVID-19 sehr deutlich von dem Reisen davor unterscheide.

Beim 3. GCE-Agentur-Café der Kommunikationsagentur Global Communication Experts diskutierten und stellten sich den Fragen der Journalisten:

  • Christian Verhounig, CEO Cruise & Maritime Voyages (Muttergesellschaft von TransOcean Kreuzfahrten)
  • Theodora Dimopoulou, Regional Director Continental Europe bei Celestyal Cruises
  • Andrea Kruse, COO von VIVA Cruises
  • Dr. Marie Nauheimer, Geschäftsführerin Primus-Linie, Frankfurter Personenschifffahrt
    Im Vordergrund der Diskussion, die von Dorothea Hohn (Managing Partner Global Communications Experts) moderiert wurde, standen die Herausforderungen, denen sich Reedereien und Flusskreuzfahrtveranstaltern gegenübersehen sowie die Vorkehrungen, die sie treffen, um Gästen eine erholsame Auszeit zu bieten. Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung: www.youtube.com/watch?v=SvAq7tcfXHw

Von der Maskenpflicht zur Einbahnstraße

So galt es für die Reedereien, erst einmal umzustrukturieren, um die vorgegebenen Maßnahmen an Bord ihrer Schiffe umzusetzen. Hygienemaßnahmen wurden erhöht, Maskenpflicht und Abstandsregelungen eingeführt. Auf den meisten Schiffen gibt es eine Einbahnstraßenregelung, damit sich Passagiere gerade auf dem Gang zur Kabine nicht zu nahekommen. „Viele Vorgaben gelten auch an Land, so dass sich unsere Passagiere daran gewöhnt haben und keine Schwierigkeiten haben werden, sie auch an Bord umzusetzen“, sagte Christian Verhounig, CEO von Cruise & Maritime Voyages, dem Mutterkonzern von TransOcean Kreuzfahrten. Noch wisse er zwar nicht, wann die TransOcean-Schiffe wieder in See stechen könnten, aber man sei vorbereitet. Auch die Passagiere seien startklar, „ein Großteil unserer Kunden hat umgebucht und will sobald wie möglich wieder mit uns verreisen“. Dabei handele es sich bei den TransOcean-Kunden vor allem um eine ältere Klientel, die zwar gesundheitlich von Corona am meisten betroffen, jedoch finanziell am wenigsten von der Krise in Mitleidenschaft gezogen worden sei. „Und sie wollen wieder unterwegs sein“, freute sich Verhounig und ergänzte: „Dadurch sind auch die aktuellen Buchungszahlen im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland nur ganz wenig eingebrochen, in Großbritannien haben wir sogar einen Zuwachs von zwei Prozent.“

Eher Familien hingegen buchen Tagesausflüge oder Schiffstouren durch Frankfurt bei der Personenschifffahrt Primus-Linie, die seit 14 Tagen wieder ihren Betrieb aufgenommen hat. „Wir werden als Freizeit- und Gastronomieeinrichtung geführt, daher gelten bei uns auch die gleichen Bestimmungen“, so Dr. Marie Nauheimer, Geschäftsführerin der in Frankfurt ansässigen Primus-Linie. Dabei habe sich die Zielgruppe im Gegensatz zu früher etwas geändert. „Viele Familien, die einen Ausflug machen wollen, nehmen unser Angebot wahr, ältere Passagiere sind eher die Ausnahme. Zudem sind momentan keine Eventfahrten möglich und vorerst bieten wir keine Veranstaltungen an Bord an“, führte Nauheimer weiter aus. Derzeit gelte es eher, sich vorzutasten. Statt des After-Work-Shippings mit DJs und Tanzfläche gebe es derzeit Chill-Out-Konzepte mit Hintergrundmusik oder Sonntagsbrunch, der am Tisch serviert werde. Eventuell könnten ab Herbst Veranstaltungen wieder in das Programm aufgenommen werden.

Shows entzerren und Essenszeiten einführen

„Wir werden weiterhin unsere Shows an Bord anbieten, jedoch entzerren und beispielsweise kleinere Shows mit weniger Publikum veranstalten“, erklärte hingegen Theodora Dimopoulou von Celestyal Cruises, dem griechischen Spezialisten für Kreuzfahrten zu den griechischen Inseln und im östlichen Mittelmeer. Auch habe die Reederei viele Aktivitäten einfach nach außen verlegt sowie Routen und Ausflüge den Vorgaben entsprechend verändert. „Wir werden am 30. Juli wieder in See stechen und dabei die Sicherheit unserer Passagiere im Auge behalten”, betonte Dimopoulou.

Bereits ab dem 26. Juni nehmen die Flusskreuzfahrtschiffe des Düsseldorfer Veranstalters VIVA Cruises wieder Fahrt auf, zu Beginn nur in Deutschland. Neben den bereits genannten Hygienemaßnahmen werden an Bord der Schiffe bei Passagieren und Crewmitgliedern Fiebermessungen durchgeführt, zudem begleitet ein Arzt die Fahrten. „Wir werden mit etwa 70 Prozent unserer Kapazität fahren”, erläuterte Andrea Kruse, COO bei VIVA Cruises. So könnten die Vorgaben wie Abstandsregelungen erfüllt werden. „Im Restaurant haben wir die Tische mit 1,50 Metern Abstand gestellt, zum Teil haben wir auch mit Plexiglasabtrennungen gearbeitet und wir werden wie früher wieder zwei Essenzeiten einführen“, erklärte sie weiter. Auch am Produkt wurde gefeilt. So bietet VIVA Cruises zunächst im Juli und August viertägige Kurzreisen auf ihren Schiffen an, die sehr gut angenommen würden. Zudem könne man gerade im Flussreisebereich sehr kurzfristig reagieren und Routen binnen 24 Stunden entsprechend geänderter Vorgaben anpassen.

Künftige Preisentwicklung

Jede Menge Maßnahmen, die von den Kreuzfahrtverantwortlichen umzusetzen sind. Werden sich diese auch in den Preisen widerspiegeln? Während Celestyal Cruises mit Frühbucherspecials derzeit auf den Markt geht, weiß man bei TransOcean noch nicht, wie sich der Markt entwickeln wird. „Eine sofortige Preisanpassung ist bei uns nicht möglich, da unsere Kunden sehr weit im Voraus buchen, durchschnittlich sind das elf Monate. Zudem wissen wir nicht, wie sich die Rahmenbedingungen verändern werden, daher kann ich nicht einschätzen, ob Kreuzfahrten teurer oder billiger werden“, so Christian Verhounig. Dem stimmte auch Andrea Kruse zu und ergänzte abschließend: „Der Nachholbedarf ist da und den sollten wir nutzen, jedoch mit vernünftigen Preisen, die weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt sind.“

Die Aufzeichnung des 3. GCE-Agentur-Cafés und die der vorherigen Agentur-Cafés finden Interessierte auf der Agentur-Webseite unter www.gce-agency.com oder auf dem YouTube-Kanal von GCE unter www.youtube.com/user/GCEAgency.